Stark wie ein Bär – mit Bärlauch

Ein wenig dauert es noch, aber bald ist es wieder so weit: Die Bärlauchsaison startet. Jedes Jahr aufs Neue freue ich mich auf den Moment, wenn die ersten zarten Pflanzen aus dem Laub hervorschauen. Und wenn sich dann, ein wenig später, ein Meer aus grünen Blättern über den gesamten Waldboden ausgebreitet hat, kann ich endlich sammeln. Für mich gehört dieses kraftvolle Wildkraut zu den wichtigsten (und leckersten) Pflanzen des Frühjahrs – eine echte Stärkung für Körper, Stoffwechsel und Lebensenergie.

Eine Heilpflanze mit langer Tradition

Die Geschichte des Bärlauchs geht bis in die Jungsteinzeit zurück. In den Siedlungen des Alpenvorlandes fand man häufig Überreste von Bärlauch. Die walisischen Kelten aßen ihn vor der Schlacht, da er den Ruf genoss, zur richtigen Zeit mutig zu machen und zu erhitzen. Außerdem sind Bärlauch Blätter sehr nahrhaft und kräftigend.
Auch der Name „Bärlauch“ deutet darauf hin, dass die Pflanze in Mitteleuropa schon zu heidnischen Zeiten sehr beliebt war. Bärlauch (Allium ursinum): Allium wird mit Lauch übersetzt. Ursinum kommt von „ursus“ – der Bär. Der Bär wurde als starkes Tier sehr verehrt. Besonders kräftige und heilwirksame Pflanzen wurden nach dem Bären benannt. Außer Bärlauch sind das auch Bärenklau, Bärlapp, Bärentraube und Bärwurz.

Noch ist der Bärlauch so klein. Aber bald ist es so weit …

Die Landgüterverordnung von Kaiser Karl des Grossen

In seiner Landgüterverordnung „Capitulare de villis vel curtis imperii“, die wahrscheinlich im Jahre 812 n. Chr. verfasst wurde, befahl Kaiser Karl der Grosse, dass in jedem Garten der kaiserlichen Güter unter anderem der Bärlauch angepflanzt werden sollte. Durch diese Verordnung setzte Kaiser Karl einen Maßstab für wichtige Heil- und Nutzpflanzen. An den Pflanzen, die der Kaiser empfahl, orien
tierten sich auch private Gärten, so dass sich die empfohlenen Pflanzen weit verbreiteten. Dadurch fand auch der Bärlauch eine weite Verbreitung in den damaligen Gärten.

Später geriet der Bärlauch weitgehend in Vergessenheit. Da er als fruchtbarkeitsfördernd und sinnlich anregend galt, wurde er in den Klöstern des Mittelalters nicht gerne gesehen. Auch sein Geruch galt damals als unrein.
Erst Ende des 20. Jahrhunderts hat der Bärlauch durch mehrere schreibenden Kräuterfrauen und einige Köche wieder Einzug in unsere Küche gehalten.

Schon Kräuterpfarrer Künzle (1857-1945) wußte:
„ewig Kränkelnde, Skrophulöse und Bleichsüchtige, die aussehen, wie wenn sie schon im Grabe gelegen und von den Hennen wider hervorgescharrt worden wären, den Bärlauch verehren wie Gold, denn sie werden nach seinem Genuss aufblühen wie ein Rosenspalier oder aufgehen wie Tannenzapfen in der Sonne und wieder vollständig gesund und frisch werden – nach längerem Gebrauch dieser herrlichen Gottesgabe“.

Botanik: Wo und wie der Bärlauch wächst

Wo Bärlauch wächst, gibt es Ihn oft Massenhaft

Der Bärlauch wächst fast überall in Europa in feuchten, nährstoffreichen Laubwäldern. Wo es Bärlauch gibt, gibt es ihn meist massenhaft. Er breitet sich großflächig aus und überzieht ganze Waldböden mit seinem frischen Grün. Der Bärlauch gehört zu den Liliengewächsen.  Seine Kraft zieht er aus der sehr schlanken, länglichen Zwiebel, die aus den Ansätzen der beiden Laubblätter gebildet wird. Zwischen Ende Februar und Ende März treiben die Blätter aus dem Boden. Die Blätter werden zwischen 20 und 30 cm lang. In der Mitte haben sie einen Längsknick. Ihre Blattnerven verlaufen parallel zueinander.
Die Blattoberseite glänzt in dunklerem Grün, die Unterseite ist matt. Wenn man die Blätter zerreibt, duften sie ausgeprägt nach Knoblauch.
Ende März beginnt der Bärlauch zu blühen. Aus einer Kapsel entfaltet sich eine kugelförmige Blüte, die dem Liliengewächs alle Ehre erweist. Die Blütenkugel besteht aus vielen kleinen weißen Sternenblüten. Jede Einzelne von ihnen hat sechs schmale Blütenblätter. In der Mitte steht der dreigeteilte, grüne Fruchtknoten. Aus den Blüten entwickeln sich Früchte, die kleine Samen enthalten. Der Bärlauch vermehrt sich durch diese Samen und durch die Vermehrung der Knollen im Boden. Der Samen braucht allerdings zwei Jahre zum Keimen.

Heilkraft für Gefäße und Stoffwechsel

Bärlauch gehört zu den wichtigsten heimischen Pflanzen für Herz und Kreislauf. Kräuterpfarrer Künzle nannte ihn eine der „stärksten Medizinen in des Herrgotts Apotheke“, und auch heute bezeichnet man den Bärlauch als eine Art europäischen Ginko.
Eines der wichtigsten medizinischen Anwendungsgebiete des Bärlauchs ist seine heilende Wirkung auf die Blutgefäße. Krankhafte Ablagerungen in den Blutgefäßen werden abgebaut, der Cholesterinspiegel wird gesenkt und die Blutgefäße werden elastischer. Dadurch schützt uns der Bärlauch vor vorzeitiger Alterung .

Er kann:

  • Ablagerungen in den Blutgefäßen reduzieren
  • den Cholesterinspiegel senken
  • die Gefäße elastischer machen
  • die Durchblutung verbessern

Damit wirkt er vorbeugend gegen Arteriosklerose, Bluthochdruck und viele typische Zivilisationskrankheiten.
Darüber hinaus unterstützt Bärlauch:

  • die Darmgesundheit und Verdauung
  • die Entgiftung und Blutreinigung
  • das Immunsystem
  • die Haut
  • die allgemeine Leistungsfähigkeit

Er wirkt antibakteriell, entzündungshemmend und stoffwechselanregend – ideal als Frühjahrskur.

Darüber hinaus unterstützt Bärlauch:

  • die Darmgesundheit und Verdauung
  • die Entgiftung und Blutreinigung
  • das Immunsystem
  • die Haut
  • die allgemeine Leistungsfähigkeit

Er wirkt antibakteriell, entzündungshemmend und stoffwechselanregend – ideal als Frühjahrskur.

Bärlauchpesto

Vitalstoffe in Hülle und Fülle

Bärlauchblätter sind eine richtige Vitalstoffquelle. Sie liefern viele Vitamine und Mineralstoffe, die für einen gesunden Organismus unerlässlich sind. So liefert Bärlauch z. B. dreimal so viel Vitamin C wie Orangen. 100 Gramm Bärlauch enthalten ca. 150 mg Vitamin C. Dies entspricht 150 Prozent des offiziell angegebenen Tagesbedarfs eines Erwachsenen an Vitamin C. Vitamin C ist ein wahres Supervitamin: Es wirkt immunstärkend, entgiftend, antibakteriell, antiviral, antioxidativ, antitumoral und noch vieles mehr. Es unterstützt das Immunsystem bei der Arbeit und bietet so vielfachen Schutz vor zahlreichen Krankheiten. Zudem fungiert Vitamin C als starkes Antioxidans. Es fängt freie Radikale ab, die unsere Zellen schädigen und so für unterschiedliche Krankheiten wie Krebs, Schlaganfall oder Demenz, aber auch vorzeitiges Altern verantwortlich sind und macht sie unschädlich.
Aber auch fürein gesundes Körpergewicht ist Vitamin C wichtig: So fanden Forscher heraus,
dass Menschen mit einer niedrigeren Konzentration von Vitamin C im Blut um 30
Prozent weniger Fett verbrannten als Probanden mit einem höheren
Vitamin-C-Spiegel.
Wer also gesund abnehmen möcht oder ein gesundes Körpergewicht halten will, kann sich mit Lebensmitteln mit einem hohem Vitamin-C-Gehalt – wie etwa Bärlauch – sehr gut unterstützen.

Rezept: Meine Bärlauchtinktur – Frühlingskraft für das ganze Jahr

Um mir den gesundheitlichen Nutzen des Bärlauchs, auch noch nach der recht kurzen Bärlauch-Saison (März bis Mai), zunutze zu machen, habe ich mir eine Bärlauch-Tinktur angesetzt. Dazu fülle ich kleingeschnittene, gehackte Bärlauchblätter locker in ein Schraubglas. Dann gieße ich 45% Weingeist hinzu, so dass die Blätter vollständig bedeckt sind. Das Ganze lasse ich für mindestens zwei Wochen ziehen. Zwischendurch kann man es immer mal wieder etwas bewegen, damit sich die Wirkstoffe verteilen. Dann wird es erst durch ein Sieb und dann durch einen Kaffee- oder Teefilter abgeseiht und in dunkle Tropfflaschen abgefüllt. 3 mal täglich 20 Tropfen über 6 Wochen einnehmen. Maria Treben empfahl diese Kur bei so unterschiedlichen Beschwerden wie: Beklemmungen, Blutreinigung, Durchfall, Gedächtnisschwäche, unreiner Haut, chronischen Hauterkrankungen, Schlafstörungen, Schwindelgefühl, Verstopfung, Würmern, Arterienverkalkung und Leberentzündung und auch zur Vorbeugung vor

Bärlauch in der Küche

Besonders begehrt ist der Bärlauch jedoch in der Küche. Meist wird er einfach kleingeschnitten als Gewürz in Salaten oder Aufstrichen roh verwendet. Dies ist vor allem für das hitzeempfindliche Vitamin C, aber auch für das enthaltene Alliin und die übrigen Schwefelverbindungen von Vorteil.

Wer sich ein leckeres Bärlauchpesto zubereiten möchte findet hier ein Rezept:
https://gruen-kraft.com/baerlauchpesto/

Wunderschön: Bärlauchblüten

Achtsam sammeln – Natur respektieren

Wenn ich Bärlauch sammle, ist mir ein respektvoller Umgang mit der Natur besonders wichtig. Bitte beachte:
Nur dort sammeln, wo es erlaubt ist – nicht in Naturschutzgebieten oder auf Privatflächen.
Nie ganze Bestände abernten. Pro Pflanze nur ein Blatt nehmen und genug stehen lassen, damit sich der Bestand erholen kann.
Saubere Standorte wählen, fern von stark befahrenen Straßen oder Hundestrecken.
Verwechslungsgefahr beachten: Bärlauch kann giftigen Pflanzen wie Maiglöckchen, Herbstzeitlose oder Aronstab ähneln. Nur wenn ein deutliches Knoblaucharoma entsteht, handelt es sich sicher um Bärlauch.

Für eine ausführliche Übersicht zu den Unterschieden zwischen Bärlauch und giftigen Doppelgängern empfehle ich die sehr gut aufbereiteten Informationen auf krautundrueben.de. Dort findest du außerdem viele weitere leckere Rezepte.