Mein Jahresmotto 2026: Zurück zu mir
Warum ich mir ein Jahresmotto gebe
Das ich meinem Jahr ein Motto gebe, habe ich zum ersten Mal bewusst im vergangen Jahr gemacht. Damals habe ich an der Jahresrückblick-Challenge von Judith Peters teilgenommen. Bei der Empfehlung, was in einen solchen Rückblick gehört, steht am Ende immer auch das Motto für das kommende Jahr.
Ein Jahresmotto ist für mich mehr als nur ein schöner Satz. Es ist immer auch ein Wunsch und eine Ausrichtung: Wohin möchte ich mich entwickeln? Wie soll es weitergehen? Unter welchem Stern soll das kommende Jahr stehen?
Mein Motto 2025 war „Frei sein, mutig sein, ich selbst sein.“ Dieses Motto stand noch ganz unter dem Stern meiner Pilgerreise 2024 und meiner neu entdeckten Leidenschaft, auch alleine loszuziehen und zu Wandern und zu Reisen. Und auch neu zu sortieren.
Der Weg bis hierher – Rückblick auf die letzten Jahre
2025 war dann eher ein ruhigeres Jahr. In meinem Rückblick 2024 hatte ich zum Ausblick auf 2025 geschrieben:
„ … Und nun werde ich mich wieder orientieren, mich umschauen und auch mein Gefühl entscheiden lassen, wo ich verweile und was ich auf dem Weg zurücklasse, um Neues zu entdecken. Auf jeden Fall will ich im Kopf flexibel und möglichst frei bleiben und mich nicht „festbeißen“.“
Rückblickend kann ich sagen: Genau das ist passiert – nur anders, als ich es mir vielleicht vorgestellt hatte. Es gab keine großen Ereignisse, Reisen oder Abenteuer. Stattdessen habe ich mich von vielem verabschiedet, viele Entscheidungen getroffen und einiges hinter mir gelassen. In meinem Rückblick auf dieses Jahr habe ich bereits beschrieben, wie viel ich losgelassen habe.
Ein wichtiger Ausgangspunkt dafür liegt schon weiter zurück. 2023 hatte ich große Angst um meinen jüngsten Sohn. Diese Angst – aus sehr konkreten Gründen – hat mich fast in den Wahnsinn getrieben und mir auf jeden Fall viel Schlaf geraubt. In den schlaflosen Nächten habe ich immer wieder versucht, irgendwie zu mir selbst zurückzukommen. Denn alles andere war Ohnmacht.
2024 habe ich mich dann gewissermaßen „frei gelaufen“. 2025 folgte die Neuorientierung. Dieser Prozess ist bis heute nicht abgeschlossen.
Orientierung und neue Entscheidungen
Im Laufe dieses Weges habe ich erkannt, dass ich einen strukturierten Tag brauche. Aus diesem Grund habe ich die Idee von mir als Selbstständige erst einmal an den Nagel gehängt und eine Stelle als Teilhabeassistentin an einer Schule angenommen.
Auf den ersten Blick scheint das dem Motto „Frei sein“ zu widersprechen. Aber manchmal muss man sich auch von dem Bild befreien, das man von sich selbst hat. Natürlich bin ich damit nicht am Ende meiner Reise angekommen.
Körper, Selbstfürsorge und Realität
Im Sommer 2025 habe ich mich im Fitnessstudio angemeldet. Nachdem ich mich intensiver mit dem Thema Wechseljahre beschäftigt hatte, wurde mir klar, dass auch ich dem Muskelschwund etwas entgegensetzen möchte.
Mein Ziel ist es, mindestens zweimal pro Woche zu trainieren – was mir im Moment ganz gut gelingt. Wenn es öfter ist, freue ich mich. Aber ich möchte nicht, dass daraus Stress entsteht.
Ich gebe zu: Das ganze Selbstfürsorge‑Thema geht mir manchmal auf die Nerven, obwohl ich weiß, wie wichtig es ist. Und ja, es nervt mich sogar ein bisschen, dass ich jetzt selbst darüberschreibe. Trotzdem gehört es zu meinem Weg zurück zu mir.
Glimmer-Momente statt Angst
2025 gab es viele sogenannte „Glimmer-Momente“. Die hat es natürlich auch schon davor gegeben, aber ich möchte sie immer bewusster wahrnehmen und auskosten. Denn diese Momente, in denen wir ganz bei uns sind, machen unser Leben aus.
Ich möchte, dass diese Momente mein Leben prägen – und nicht die Angst. Denn dort, wo diese Momente wahrgenommen werden, hat die Angst keinen Platz.
Auf meinem Abreißkalender stand kürzlich der Satz:
„Glück ist nicht laut. Aber wenn du es bemerkst, bleibt es länger.“
Zurück zu mir – Resonanz, Abgrenzung und Verantwortung
„Zurück zu mir“ bedeutet für mich nicht Rückzug. Es bedeutet, genau hinzuschauen: Was im Außen geht wirklich in Resonanz mit mir? Worauf will ich mich einlassen? Und – ganz wichtig – was ist nicht meine Baustelle?
Ich bin ein Mensch, der sich schnell einlässt. Auf Menschen, auf Themen, auf Ideen. Das macht das Leben bunt und vielfältig, kann aber auch dazu führen, dass man sich in Problemen und Belastendem verstrickt. Oft ist es dabei gar nicht die Menge der Gedanken, sondern ihre Wiederholung, die keine Ruhe entstehen lässt. Gerade auch in meiner ehrenamtlichen Tätigkeit habe ich mich mit Problemen beschäftigt, die ich jetzt einfach sein lassen möchte. Das bedeutet nicht, dass ich mich Problemen generell verschließe. Aber ich will bewusster wählen, auf welche Probleme, Menschen und Situationen ich mich wirklich einlasse.
Manches kann man sich im Leben nicht aussuchen. Wie man darauf reagiert – das schon.
Was „Zurück zu mir“ für mich bedeutet
Mein Jahresmotto 2026 ist die logische Konsequenz aus den letzten Jahren. „Zurück zu mir“ heißt für mich, bewusst wahrzunehmen, was zu mir gehört und was nicht. Es heißt, Verantwortung für mich zu übernehmen – für meine Energie, meine Aufmerksamkeit und meine Entscheidungen.
Nicht als Rückzug aus dem Leben, sondern als bewusste Hinwendung zu dem, was wirklich passt.
