Monatsrückblick Juli 2026: Unterwegs auf dem Camino del Norte in Spanien

Es ist kaum zu glauben, dass nun der Juli auch schon wieder fast zu Ende ist. Also, schon über die Hälfte des Jahres ist vorbei. Aber ich habe jetzt erstmal eher Halbjahrs Gefühle. Nach wie vor ist Sommer. In manchen Bundesländern haben nicht mal die Sommerferien begonnen. Also bleibe ich in meinem „Halb-Jahres“ und Sommerfeeling.

Camino del Norte

Mein Highlight diesen Monat, und dies Highlight wird wohl mein ganzes Jahr überstrahlen, war meine dreiwöchige Wanderung auf dem Camio del Norte in Spanien. Eigentlich wollte ich diese Reise schon im vergangenen Jahr machen, aber da hat es einfach nicht geklappt. Gerne wäre ich auch die komplette Route von Irún bis nach Santiago de Compostela gelaufen, aber das sind über 800 km, dafür würde ich ca. 5 Wochen brauchen und so lange wollte ich dieses Mal nicht von zu Hause fernbleiben. Also bin ich nur von Irún bis Llanes gelaufen. Es war eine wunderschöne Zeit und dieser Weg war ganz anders als mein erster Jakobsweg auf dem Camino Frances.

Die Landschaft

Die Landschaft ist atemberaubend schön. Es geht in diesem Abschnitt aber nicht permanent am Meer entlang. Die Küste ist steil und rau und oft läuft man in bergigem Gelände. Die Region ist sehr landwirtschaftlich geprägt, so dass man oft auf Kühe, Ziegen, Schafe oder Pferde trifft. Ich glaube ich bin noch nie irgendwo gelaufen, wo ich so viele Pferde gesehen habe. Der Camino del Norte ist sehr abwechslungsreich. Es gibt einen ständigen Wechsel zwischen Küstenabschnitten mit Stränden und Klippen, Wäldern und Eukalyptus-/Laubwald, kleinen Dörfern, Weideland und Bauernhöfen und auch städtischen Passagen (z.B. Bilbao, Santander, Gijón).

Begegnungen

Ich hatte tolle Begegnungen, vor allem mit anderen Pilgern aus aller Welt. Aber auch die Begegnung mit den Menschen vor Ort sind schön. So hat mir einmal ein Bauarbeiter, vom zweiten Stock eines Rohbaus zu verstehen gegeben, dass er meine Wasserflasche auffüllen würde. Ich schmiss also meine leere Wasserflasche hoch und er warf sie mir gefüllt wieder herunter. Eing kurze Kommunikation ohne Worte und eine Begegnung, die mir noch jetzt ein Lächeln auf die Lippen treibt. Oder die Herberge im Nirgendwo, die so schöne Hühner im Freilauf hatte. Als ich die schönen Hühner der Besitzerin gegenüber lobt, zeigte sie mir zwei frisch geschlüpfte Küken und gab sie mir auf die Hand.

Der Weg

Viele Etappen enthalten etliche Höhenmeter, weshalb der Weg rein körperlich anspruchsvoller ist als der Camino Frances. Zudem ist die Zahl an Pilgerunterkünften wesentlich geringer, so dass die Etappen auch größer sind. Der Camino del Norte führt genau durch die Region, die auch die Spanier selbst als Urlaubsziel lieben … und entsprechend schwer wurde es, abends noch ein Bett zu finden. Zu Anfang des Weges war das noch kein Problem. Doch ab Santander war es angeraten ein Bett zu reservieren, wenn man nicht im Freien schlafen wollte. Meine schlimmste Nacht war in einem großen Schlafsaal in einem Hotel, in dem viele Jugendliche untergebracht waren. Die ganze Nacht gingen Leute ein und aus. Geschlafen habe ich da eher wenig.
Trotzdem war ich traurig, als ich mich in Llanes aus der Pilgercommunity verabschieden musste.  Ich gönnte mir noch einen Urlaubstag am Meer, danach ging es auf eine lange Busfahrt nach Bilbao. Da ich noch einen Tag bis zu meinem Rückflug hatte, besuchte ich das Guggenheim-Museum in Bilbao. Wirklich großartig.
Nach diesen Tagen kann ich aber sagen: ein „normaler“ Alleinurlaub ist eigentlich nichts für mich. Allein frühstücken, keine Struktur, kein Ziel für den Tag … das ist einfach nicht meins. Was ich brauche, ist das Wandern, das tägliche Laufen. Ein Ziel, ein Plan, und auch die Zugehörigkeit zu einer Pilgercommunity, in der man mal zusammenlaufen kann und auch für sich allein sein kann.
Das, was mich nach dieser Reise am glücklichsten macht, ist dass ich mich überwunden habe und überhaupt allein losgelaufen bin. Denn, trotz dass dies nun schon mein zweiter Camion in Spanien war, kostet es mich jedes Mal wieder Überwindung allein aufzubrechen. Noch mehr, in ein Land dessen Sprache ich nicht spreche. Und genau das ist es wohl, was bleibt: nicht, dass die Angst irgendwann verschwindet, sondern dass ich trotzdem losgehe.och ab Santander war es angeraten ein Bett zu reservieren, wenn man nicht im Freien schlafen wollte. Meine schlimmste Nacht war in einem großen Schlafsaal in einem Hotel, in dem viele Jugendliche untergebracht waren. Die ganze Nacht gingen Leute ein und aus. Geschlafen habe ich da eher wenig.

Zu Hause

Nach Hause zu kommen war dann noch mal ein eigenes kleines Glück. Das eigene Bett. Meine Familie. Meine Hündin. Meine Freundinnen und Freunde. Ich habe mich wirklich gefreut, wieder da zu sein – auch wenn mich der Alltag ziemlich schnell wieder in seine Klauen genommen hat.
Umso dankbarer bin ich, dass ich nach der Reise noch gut zwei Wochen Ferien habe. So bleibt Zeit, langsam wieder anzukommen, den Sommer zu genießen, liebe Menschen zu treffen und auch Dinge anzugehen, die im Alltag oft liegen bleiben.
Ein Projekt für diese Zeit ist die Summer Blogging School von Judith Peters https://judithpeters.de/aus der Content Society. Dort arbeite ich mich gerade durch den KI-Kurs. Den ersten von fünf Teilen habe ich bereits abgeschlossen. Es war deutlich mehr Arbeit, als ich erwartet hatte, und ich habe lange daran gesessen – aber ich merke, wie viel ich dabei lerne.
Außerdem gab es auch schöne, leichte Sommermomente: Kinobesuch mit Freundinnen („Odysseus“, „Was haben wir gelacht“), Treffen mit Freundinnen und Freunden im Biergarten und in der Stadt, schöne Gespräche, schimpfen und lachen.
Und ich habe ein persönliches Gesundheitsprogramm begonnen, das mich über das restliche Jahr begleiten soll und das ich auch für mich dokumentiere.

Was vom Juli bleibt

Vom Juli bleiben Bilder, von grünen Hügeln, Eukalyptuswäldern, steilen Küsten, Pferde auf den Weiden, Himmel und Meer. Es bleiben Begegnungen, die nur wenige Minuten dauerten und trotzdem lange nachwirken, und Gespräche mit Pilgerinnen und Pilgern aus aller Welt.
Vor allem aber bleibt eine Erkenntnis, die ich mit nach Hause gebracht habe: Die Angst muss nicht verschwinden, damit ich losgehen kann. Vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis dieses Monats.

Gugenheim Bilbao

Ein halbes Jahr 2026 – und wohin geht es eigentlich?

Eigentlich wollte ich diesen Rückblick nutzen, um zur Halbzeit des Jahres zu prüfen, wohin mein Leben gerade steuert. Ob ich mit meinen eher vage formulierten Jahreszielen noch übereinstimme – oder ob sich längst eine andere Richtung zeigt.
Beim Wiederlesen meines Jahresrückblicks 2025 ist mir aufgefallen, dass mein Motto für 2026 lautete: „Zurück zu mir.“ Dieses Jahresmotto passt eigentlich ganz gut.
Ich bin gerade dabei zu schauen und auszuprobieren, was heute zu mir passt. Im Moment kommt es mir weiterhin so vor, als würde sich mein Leben noch im Umbruch befinden. Beruflich bin ich noch nicht wirklich angekommen und nach wie vor auf der Suche. Aber so ist es eben gerade.
Wie heißt es so schön: „Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.“ Und eigentlich ist es auch ein Geschenk, dass ich die Möglichkeit habe, mich weiter auszuprobieren.
Die Summer Blogging School, das Beschäftigen mit KI und Content und die Freude am Schreiben nehmen im Moment einen größeren Raum ein.

Das möchte ich gerne im August erleben

Am 10. August fängt die Schule wieder an und die Ferienzeit ist zu Ende. Damit muss ich auch meinen Alltag wieder neu strukturieren. Dennoch will ich die Dinge, die mir wichtig sind, auf keinen Fall aus dem Blick verlieren. Dazu zählen:

  • den Sommer genießen
  • Glimmer-Momente bewusst wahrnehmen
  • mich weiterhin – mit Spaß und ohne Stress – um meinen Blog kümmern
  • Ideen zum Geldverdienen sammeln
  • auf meine Gesundheit achten (Sport, weitestgehend gesund essen, …)
  • schöne Begegnungen haben

Wenn ich also zur Halbzeit eine Zwischenbilanz ziehe, würde ich sagen: Mein Leben ist weiterhin im Umbruch. Ich bin noch auf der Suche nach dem, was wirklich zu mir passt. Vieles entwickelt sich – auch im Leben meiner Kinder. Es ist schön, das zu beobachten und sich mit ihnen zu freuen.
Leichtigkeit und Freude möchte ich unbedingt mit in die zweite Jahreshälfte nehmen. Mein Leben darf leicht und schön sein. Gerne mehr davon!

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Ein Kommentar

  1. Liebe Rita,
    ich bewundere dich, dass du den Camino gelaufen bist und den Mut hattest, dass sogar ganz alleine zu tun. Sicherlich hattest du sehr viele Glimmemomente auf deiner Tour und kannst noch lang davon zehren. Ein Bauarbeiter, der dir ungefragt Wasser gibt, frisch geschlüpfte Küken in der Hand, tolle Landschaften und schöne Begegnungen, da glimmerte es ganz schön.
    Danke dass du uns durch deine Erzählung daran teilhaben lässt
    Antonette

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