Monatsrückblick Mai 2026 – der Rucksack-Gedanke
Vor ein paar Tagen saß ich abends auf dem Sofa und mir wurde plötzlich wieder klar: „Man braucht gar nicht viel.“ Vielleicht kam mir dieser Gedanke gerade deshalb, weil der Mai so voll war. Voller schöner Erlebnisse, aber auch voller Verpflichtungen. Oft hatte ich das Gefühl, dass mir alles zu viel wird. Während ich darüber nachdachte, musste ich an die drei Tage auf dem Nibelungensteig denken. Alles, was ich für diese Zeit brauchte, passte in einen nicht allzug großen Rucksack.
Wenn ich an den Mai zurückdenke, erinnere ich mich zuerst an all die Wanderungen: der Blick über die Hügel bei Bad Kreuznach, die Weinberge am Rheinsteig, die moosigen Felsen des Odenwaldes und die ruhigen Waldwege auf dem Nibelungensteig.

Wanderungen im Mai
Mit Freunden rund um Bad Kreuznach
Den Auftakt machte eine abwechslungsreiche Rundwanderung bei Bad Kreuznach gemeinsam mit unseren Mainzer Freunden. Die Strecke hatte von allem etwas: Waldwege, steile Felshänge, schöne Ausblicke, eine Flussüberquerung und zum Schluss noch die Salinen und den Kurpark.
Unsere Hündin Kimba war ebenfalls dabei. Für sie war es an diesem sonnigen Tag eigentlich schon zu warm, aber sie hat tapfer durchgehalten.






Rheinsteig-Wanderung mit meiner Schwester
Ein weiteres Highlight war eine Tagestour mit meiner Schwester im Rheingau. Mit dem Zug fuhren wir nach Rüdesheim und wanderten von dort auf dem Rheinsteig bis nach Kiedrich. Der Rheinsteig gehört einfach zu den Wegen, die mich immer wieder begeistern. Die Kombination aus Wald, Weinbergen, Klöstern und den Ausblicken ins Rheintal wird nie langweilig.
Zum Abschluss der Tour trafen wir uns noch mit unserer Mutter am Weihnprobierstand in Kiedrich und ließen den Tag gemeinsam ausklingen.





Drei Tage auf dem Nibelungensteig
Mein persönliches Highlight des Monats war allerdings die dreitägige Wanderung über Himmelfahrt mit meiner Freundin Kristin. Sie kam extra aus Rotterdam angereist und wir starteten am Donnerstagmorgen direkt von meinem zu Hause aus. Das Wetter zeigte sich zwar eher grau als frühlingshaft und gelegentlich gab es auch mal einen gewaltigen Regenschutt, aber manchmal hat genau das seinen eigenen Reiz. Die Wälder wirkten besonders ruhig und auf den Wegen war erfreulich wenig los. Von Seeheim ging es zunächst über das Felsenmeer nach Schannenbach. Am zweiten Tag wanderten wir weiter über Lindenfels bis nach Gras-Ellenbach. Die dritte Etappe führte schließlich nach Fürth.
Drei Tage lang Waldwege, Wiesen, Ausblicke und nette Unterkünfte – mehr braucht es nicht für eine wirklich gute Zeit.





Glimmer-Momente: Garten, Erlensee, Gassirunden und viele kleine Moment
Nicht nur auf den Wanderwegen zeigte sich der Mai von seiner schönsten Seite. Auch zu Hause wurde es überall grün und die Natur explodierte förmlich. Im Garten fängt alles an zu Blühen und zu dufrten. Ich feue mich immer wieder über die Gassi-Runden mit meinem Hund und mit Lieben Freundinnen. Außerdem machte ich, zusammen mit meinem ältesten Sohn und meinem Mann den ersten Abendausflug mit dem Fahrrad zum Erlensee. So eröffnen wir wieder die Badesaisson.




Sorgen um Kimba
Weniger erfreulich war die Nachricht, dass bei Kimba erneut Mammakarzinome festgestellt wurden. Die Operation hat sie glücklicherweise gut überstanden und inzwischen hoffen wir, dass die Wundheilung nun ebenfalls gut verläuft. Natürlich begleitet mich die Sorge um Sie in solchen Situationen ständig ein Stück weit mit. Umso mehr habe ich die gemeinsamen Spaziergänge und Wanderungen und die ruhigen Balkon-Momente mit Ihr in diesem Monat geschätzt.

Arbeit und Projekte
Auch beruflich war einiges los. In der Schule standen verschiedene Ausflüge auf dem Programm, unter anderem ins Städel Museum nach Frankfurt und zu einer Lesung im Darmstädter Schlossmuseum.
Daneben gab es wie immer Projekte für die DADINA sowie meinen Einsatz bei der Ausstellung im Goldschmidtpark. Dort war ich an zwei Tagen für Kräuterkostproben zuständig. Die Veranstaltung selbst war schön und ich habe viele interessante Menschen kennengelernt. Gleichzeitig hat mir der Monat auch gezeigt, wie wichtig es ist, zwischen spannenden Ideen und zusätzlichen Verpflichtungen abzuwägen. Manchmal merkt man erst hinterher, wie voll der eigene Kalender eigentlich geworden ist.



Was vom Mai bleibt
Wenn ich auf den Monat zurückblicke, denke ich vor allem an Wälder, Wanderwege und viele Stunden draußen. Und daran, dass alles, was ich wirklich brauche, in einen Rucksack passt. Vielleicht besteht die Herausforderung für die nächste Zeit darin, ein wenig Ballast loszulassen. Mehr Raum für das zu schaffen, was Kraft gibt, und weniger für das, was Energie raubt. Der Mai hat mir wieder gezeigt, wie gut mir einfache Dinge tun: Zeit in der Natur, Bewegung, Gespräche mit lieben Menschen und Momente, in denen es nichts weiter zu erledigen gibt als den nächsten Schritt auf dem Weg.