September – ein unerwarteter Abschied
Der September hat sich ganz anders entwickelt, als ich gedacht hatte. Eigentlich wollte ich heute, wie in jedem Monat, zurückblicken: Was habe ich erlebt? Was war schön? Was hat mich beschäftigt? Was nehme ich aus diesem Monat mit? Aber dieser September war kein gewöhnlicher Monat. Es gab ein einschneidendes Erlebnis in meinem Leben, mit dem ich so schnell nicht gerechnet hatte: Ich habe keinen Hund mehr. Kimba hat ihren Körper verlassen. Dass ich mich so schnell von ihr verabschieden müsste, hätte ich nicht gedacht. Erst im August hatte ich einen Blogbeitrag über meine Anfänge mit Kimba veröffentlicht. Damals hätte ich niemals gedacht, dass ich schon so kurze Zeit danach über ihren Tod schreiben würde.
Im August bemerkten wir, dass ihr rechtes Hinterbein zitterte. Außerdem bekam sie zunehmend Probleme beim Treppenlaufen. Deshalb hatte ich für den 8. September einen Termin zum Röntgen gemacht. Dabei wurde ein großer Tumor entdeckt, der sich um ihren Oberschenkel und Hüftknochen befand. Auch auf der Lunge waren Flecken zu sehen, die im Mai, vor ihrer Operation, noch nicht da gewesen waren.
Für mich war schnell klar, dass ich Kimba keinen weiteren Untersuchungen und schon gar keiner weiteren Operation mehr aussetzen wollte. Es ging jetzt darum, ihr die Schmerzen zu nehmen und zu schauen, wie lange es ihr noch gut gehen würde.
Dass es dann so schnell gehen würde, damit hatten wir alle nicht gerechnet. Mitte September gab es Tage, an denen Kimba nicht mehr von alleine aufstehen konnte. Wir mussten sie aufstellen und sie in ihrer Box die Treppe hinuntertragen. Ich wollte nicht abwarten, bis sie irgendwann überhaupt nicht mehr aufstehen konnte und vielleicht in ihren eigenen Exkrementen liegen würde. Das wollte ich ihr ersparen.
Am 21. September kamen unsere Tierarzt-Freunde zu uns, um Kimba zu erlösen. Sie durfte auf ihrem Lieblingsplatz auf unserem Balkon ihren letzten Atemzug tun.

Kimba ist gegangen und doch noch da
In den Tagen davor habe ich viele Gespräche mit Kimba in meinem Kopf geführt. Ich war und bin zu der Sicht gekommen, dass Kimba nur ihren Körper verlässt. Sie selbst ist noch bei mir. Ich rede mit ihr. Jeden Tag in meinem Kopf. Jeden Morgen sitze ich mit meinem Kaffee auf dem Balkon und rede mit ihr. Und jeden Abend auch.
Natürlich vermisse ich ihre körperliche Anwesenheit. Ich vermisse ihren Blick, ihr dichtes, weiches Fell, ihre zarten, weichen Winke-Ohren und ihren vertrauten Geruch. Ich vermisse es, dass sie einfach da ist.
Aber in meinem Kopf ist sie immer noch da. Sie ist überall bei mir. Und vor meinem inneren Auge kann ich sie sehen.
Ich weiß nicht, ob ich noch einmal einen Hund haben möchte. Aber wenn es irgendwann so weit sein sollte, dann wird Kimba es mir sagen.
Ihren Körper haben wir auf unserem Acker unter dem Quittenbaum begraben. Ich muss ganz ehrlich sagen: Ich bin über Kimbas Tod nicht so traurig, wie ich gedacht hatte. Das überrascht mich selbst ein bisschen. Die letzten zwei Wochen ihres Lebens hat die Verantwortung für Sie, die Angst um Sie, wie ein schwerer Stein auf meiner Brust gelastet. Alles mit Kimba war in diesen Tagen mit Wehmut verbunden. Ich redete im Kopf mit Ihr. Und ich war überzeugt, wenn Sie Ihren Körper verlässt, bleibt Sie bei mir. Aber ich war voller Sorge, wie viel Schmerz Sie bis dahin erdulden muss. Insofern hat der Moment, in dem Sie Ihren letzten Atemzug tat, eine unglaubliche Last von meinen Schultern genommen. Und ich habe gesehen, dass mit diesem Atemzug alles Leben Ihren Körper verlassen hat. Sie war nicht mehr in Ihrem Körper. Aber Sie ist noch bei mir. Jeden Tag. Und Sie ist froh, dass Sie Ihren Körper verlassen konnte. Diesen wunderschönen Körper, der Ihr 11 Jahre gute Dienste getan hat, aber der nun so krank geworden ist.
Ich konnte bisher gar nicht richtig in tiefe Trauer fallen, weil ich das Gefühl habe, dass es Kimba gut geht. Sie hatte ein schönes Leben. Und jetzt ist sie frei. Sie ist bei mir. Wenn ich an Sie denke, beruhigt mich das und macht mir ein warmes Gefühl.





Was war noch im September?
Kimbas Krankheit und ihr Tod haben den September natürlich überschattet. Vieles von dem, was ich mir für diesen Monat vorgenommen hatte, ist deshalb liegen geblieben. Aber auch in diesem Monat gab es schöne Begegnungen und Erlebnisse.
Ich habe mich mit Irina in der Stadt getroffen – da wusste ich noch gar nicht, wie es um Kimba stand.
- Ich war beim Tag der offenen Tür in der Staudengärtnerei Eidmann.
Eine große, wunderschöne Gärtnerei mit interessanten Vorträgen. Besonders gut hat mir der Vortrag über Insekten im Garten gefallen. Es wurden fantastische Mikro-Fotografien gezeigt, auf denen man die kleinen Lebewesen noch einmal ganz anders sehen konnte. - Wir waren mit unseren Mainzer Freunden in Biebesheim am Rhein.
- Mit Bombel habe ich mir den Ernte-Mond, diesen besonderen Supermond, auf der Tannenburg angeschaut.
- Es gab ein schönes Treffen am Erlensee mit Uschi und Johannes
- ein Treffen mit meinem Buch-Club
- eine schöne Runde mit Mechtild im Rheingau, verbunden mit einer Einkehr.
- Ich habe Spaziergänge mit Annabelle gemacht
- Essen mit meiner Familie
- Mindestens fünfmal war ich im Fitnessstudio – so genau kann ich es gar nicht mehr rekonstruieren.
- keinen Alkohol getrunken.
Das ist inzwischen so selbstverständlich geworden, dass ich es fast gar nicht mehr erwähnen würde. Aber ich stelle fest: Ich vermisse ihn nicht.
So war dieser September ein Monat voller Abschied und ein Monat mit schönen Begegnungen, Erlebnissen und kleinen Momenten, die mir gutgetan haben. Vor allem aber war er ein Monat, der mir gezeigt hat, wie schnell sich ein Leben verändern kann. Vor zwei Wochen war Kimba noch selbstverständlich Teil meines Alltags. Jetzt sitze ich morgens mit meinem Kaffee auf dem Balkon und rede mit ihr in meinem Kopf.
Ich glaube, Kimba wird mich noch lange begleiten. Vielleicht sogar immer. Sie unterstützt mich bei meinen weiteren Schritten. Und ich gehe mit ihr weiter durch mein schönes Leben.


Hallo, ich bin Rita! Auf Grünkraft schreibe ich über alles, was mich stark, gesund und lebendig macht: Naturerlebnisse, die nichts kosten müssen, Pflanzen, Wild- und Heilkräuter, Wandern, meinen Hund, kreative Hobbys, gute Bücher und ein gesundes, schönes Leben. Eigentlich habe ich Kommunikationsdesign studiert, aber ich habe noch so viel mehr ausprobiert und gelernt. So bin ich auch ausgebildete Phytopraktikerin (Freiburger Heilpflanzenschule), habe einen Gemeinschafts-Kräutergarten angelegt, habe eine Weile geimkert und auch mal Hühner gehalten … Ich probiere vieles selbst aus, bevor ich davon erzähle. Ich bin überzeugt: Die Natur ist die größte Künstlerin, und wir dürfen uns ein Leben lang weiterentwickeln. Wenn dich das anspricht, abonniere gerne meinen Newsletter – dort gibt’s noch mehr davon.
Liebe Rita,
jetzt stehen mir die Tränen in den Augen. Wie gut kann ich dir nachempfinden. Der Schmerz seine geliebte Hündin gehen zu lassen und gleichzeitig die Erlösung sie nicht länger leiden sehen zu müssen. Ich bewundere dich, dass du so schnell handeln konntest, mir fiel es damals bei Lola unheimlich schwer, bis sie mir eines morgens so deutliche gezeigt hat, dass es nun Zeit ist und sie gehen möchte. Sie ist aber noch heut in Gedanken unter uns. Unsere Lieblinge haben nun eine gute und schmerzfrei Zeit im Hundehimmel.
Wie schön, dass du trotz allem auch schöne Momente genießen durftest im September. Den Supermond gesehenen und durch die Staudengärten spaziert und sogar sportlich aktiv.
Liebe Grüße
Antonette
Danke Antonette für deinen lieben und mitgühlenden Worte.
Rita