Liebe, Entwicklung, Authentizität – diese 3 Werte tragen mich

Im Rahmen einer Blogempfehlung für The Content Society, sollte ich mir darüber klar werden, was meine drei wichtigsten Werte sind. Mit meinen Werten habe ich mich 2022 im Rahmen eines Coachings schon einmal auseinandergesetzt. Dort sollten wir uns auf 5 Werte festlegen. Bei mir war das: 1. Begeisterung, 2. Authentizität, 3. Aufgeschlossenheit, 4. Rücksichtnahme, 5. Toleranz.  Nun galt es also für mich zu prüfen, sind das immer noch meine vorrangigen Werte und wie kann ich das auf drei Werte „eindampfen“. Wenn man sich eine Tabelle mit vielen Werten ansieht (so wie ich, im Rahmen eines Tests) dann stellt man schnell fest, dass man sich kaum entscheiden kann. Alles ist wichtig und vieles gehört irgendwie zusammen. So setzt Toleranz Aufgeschlossenheit und Rücksichtnahme Voraus. Ich könnte also in meiner alten Range zwei Begriffe streichen, weil Sie enthalten sind. Bei der Auseinandersetzung mit den Begriffen begann ich dann zu überlegen, was ist der Unterschied von Toleranz und Akzeptanz? Oder sind das zwei Begriffe für ein und dasselbe? In diesem „Rabbit-Hole“ bin ich dann eine weile verschwunden, um dann wieder zu der Frage zurückzukehren, was sind denn nun, aktuell meine drei wichtigsten Werte? Bei einem neuerlichen kleinen Test ergaben sich für mich: 1. Liebe, 2. Toleranz, 3. Entwicklung. Letztendlich entschieden habe ich mich für: 1. Liebe; 2. Entwicklung; 3. Authentizität.

1. Liebe

Mit Liebe ist in diesem Fall nicht die romantische Liebe gemeint. Und auch wenn die Liebe zu meinen Kindern eine der tiefsten Formen von Liebe ist, die ich kenne, geht es mir hier um etwas, das noch weiter reicht: um eine Liebe zum Leben selbst. Eine Liebe zu allem Lebendigen.
Die Liebe zu den eigenen Kindern ist dafür vielleicht ein schönes Beispiel. Wenn ein Kind geboren wird, kennt man diesen Menschen zunächst überhaupt nicht. Er ist einem fremd und doch würde man vom ersten Augenblick an alles für ihn tun. Man verzeiht seinen Kindern unglaublich viel und liebt sie, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten.
Dieses Gefühl kenne ich auch aus anderen Momenten. Dieses warme Gefühl, das in mir aufsteigt, wenn ich einen Hummelpopo aus einer Blüte ragen sehe. Das Staunen und die Freude beim Schlüpfen unserer Küken. Die Zeit mit meiner Hündin Kimba auf dem Balkon. Die Verbundenheit, die ich mit meinen Bienen, mit Pflanzen und mit der Natur empfinde. Es sind oft die kleinen Dinge, die dieses Gefühl in mir auslösen.
Für mich gehört zur Liebe deshalb auch Freude und Dankbarkeit. Die Freude darüber, Teil dieses großen Ganzen sein zu dürfen. Darüber, dass es all diese Lebewesen gibt, dass alles miteinander verbunden ist und dass es immer etwas Neues zu entdecken gibt.

So gehört vielleicht auch die Neugier zur Liebe. Wenn ich etwas liebe, möchte ich es kennenlernen. Ich möchte verstehen, wie es funktioniert, woher es kommt und was dahintersteckt. Je genauer ich hinschaue, desto mehr entdecke ich. Hat man ein Geheimnis gelüftet, tun sich tausend weitere Fragen auf. Gerade die Natur fasziniert mich immer wieder aufs Neue. Wie perfekt alles ineinandergreift und wie viel wir trotzdem nicht verstehen.
Dabei muss ich nicht alles verstehen, um es zu bestaunen oder anzunehmen. Auch das gehört für mich zur Liebe: Dinge stehen lassen zu können, wie sie sind. Offen zu bleiben für das, was ich noch nicht weiß. Zu akzeptieren, dass die Welt nicht immer meinen Vorstellungen entspricht.
So sind für mich auch Aufgeschlossenheit, Toleranz und Akzeptanz Teile dieser Liebe. Und ebenso die Begeisterung und die Freude.
Liebe ist für mich nicht nur ein Gefühl. Sie ist eine Art, auf die Welt zu schauen.


2. Entwicklung

Leben ist Entwicklung. Leben ist Veränderung. In jedem Augenblick. Alles, was lebt, verändert sich permanent. Unsere Erde, Berge, Flüsse, Bäume, Tiere, Menschen – nichts bleibt, wie es ist. Es ist ein einziges Werden und Vergehen.
In der Natur ist das ganz selbstverständlich. Eine Blüte öffnet sich, blüht und verwelkt. Ein Blatt wächst, wird bunt und fällt zu Boden. Tiere werden geboren, leben und sterben. Pflanzen vergehen und werden wieder zu Erde, aus der neues Leben entstehen kann. Nichts verschwindet einfach, alles ist Teil eines größeren Kreislaufs.
Auch wir Menschen sind nie „fertig“. Wir verändern uns unser ganzes Leben lang. Wir können lernen, unsere Meinung ändern, neue Erfahrungen machen, uns selbst immer wieder neu kennenlernen. Was gestern noch richtig für uns war, kann sich heute anders anfühlen.
Ich finde diesen Gedanken inzwischen sehr beruhigend. Wir müssen nicht irgendwann an einem Punkt angekommen und „fertig“ sein. Deshalb hier noch einmal mein liebstes Zitat: „Life is not a thing, but a becoming – on and on, until we die.“


3. Authentizität

Schon immer haben mich Menschen besonders beeindruckt, bei denen ich das Gefühl habe: Sie sind ganz bei sich. Menschen, die ihre Überzeugungen und Werte leben, ohne darüber nachzudenken, was andere davon halten. Die ihre Ideen verfolgen, ihren eigenen Weg gehen und Dinge anders machen als die meisten.
Es sind oft gar nicht die Lauten oder die, die unbedingt anders sein wollen. Sie wirken eher so, als könnten sie gar nicht anders, als sie selbst zu sein. Sie haben eine Leidenschaft und leben sie. Sie haben eine Idee und setzen sie um. Sie wissen, was ihnen wichtig ist, und richten ihr Leben danach aus. Solche Menschen inspirieren mich.
Das verstehe ich unter Authentizität: Zu erkennen, wer man ist – und dann auch den Mut zu haben, danach zu leben.

Das möchte ich auch. Ich möchte mich nicht verbiegen, nur um irgendwo hineinzupassen. Ich möchte nicht mein Leben danach ausrichten, was andere für richtig oder vernünftig halten. Ich möchte mein eigenes Leben leben. Mit meinen Werten, meinen Ideen, meinen Leidenschaften und auch mit meinen Widersprüchen.
Dazu gehört für mich auch Veränderung. Authentisch zu sein bedeutet nicht, für immer derselbe Mensch zu bleiben. Da Entwicklung einer meiner Werte ist, darf auch Ich mich verändern. Vielleicht besteht Authentizität gerade darin, diese Veränderung ehrlich mitzugehen.


Und was hat das mit Grünkraft zu tun?

Es war gut, mich im Rahmen dieses Beitrags einmal wieder wirklich mit meinen Werten auseinanderzusetzen. Und die Beschränkung auf drei Werte hat die Auseinandersetzung tatsächlich noch einmal geschärft.
Liebe, Entwicklung und Authentizität sind meine drei wichtigsten Werte. Und damit sind es auch die Werte, die Grünkraft tragen. Denn Grünkraft, das bin ich. Mit dem, was mir wichtig ist, mit meiner Neugier und meiner Liebe zur Natur. Mit meinem Wunsch, immer weiter zu lernen und mich zu entwickeln. Und mit dem Bedürfnis, meinen eigenen Weg zu gehen.
Die Liebe war schon immer da. Die Begeisterung für die kleinen Dinge, die Freude am Entdecken, die Verbundenheit mit allem Lebendigen. Das ganze Leben verändert sich unaufhörlich. Leben ist Entwicklung, Werden und Vergehen. Und authentisch zu sein bedeutet, meinen eigenen Weg zu gehen und mich dabei trotzdem verändern zu dürfen.

Die Liebe ist das, was alles trägt.

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